
Das richtige Spiel für den Gabentisch
Spielberatung in der ARS
Von Regine Kleist
Sennestadt. Für Weihnachten das richtige Spiel für den Gabentisch zu finden, das auch längerfristig Freude bereitet, ist alles andere als ein Kinderspiel. Die verschweißten Verpackungen sind alle bunt und viel versprechend. Da sind Fachleute gefragt, die wissen, was in den Kästen steckt und zu welchen Altersgruppen und Interessen ein Spiel passt. Die sitzen in der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in Sennestadt. Am Sonntag, 5. Dezember, laden sie zwischen 11 und 14 Uhr zum dritten Mal zur kostenlosen Spielberatung ein.
Seit über 20 Jahren existiert als Arbeitsgemeinschaft die Schülerfirma „Spielversand in Schülerhand". Angeleitet von dem Lehrer und Spieleautor Dirk Hanneforth, inzwischen Leiter der ARS, probieren die 13 bis 17 Jahre alten Mitglieder neue Spiele aus und schreiben Kurzkritiken für die schuleigene Spielezeitung. Sie fahren zu Messen, um dort Spiele kennen zu lernen. Sie bieten gut sortierte Spielpakete für die verschiedenen Altergruppen an: speziell zusammengestellt für Kindertagesstätten und Ganztagsschulen. Mit zu ihrem Service gehört außerdem, den Lehrern die Spielregeln beizubringen.
Genug Qualifikationen also, um Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten oder auch ganze Familien in der Vorweihnachtszeit zu beraten. Die erhalten im Freizeitbereich nicht nur die Möglichkeit, sich viele Spiele genauer anzuschauen. Warum nicht unter der Anleitung der jungen Fachleute die Spielregeln kennen lernen. So lässt sich leichter herausfinden, ob ein Spiel tatsächlich soviel Spaß macht, wie die Werbung verspricht.
Beraterin Yvonne empfiehlt zum Beispiel „Kakerlaken-Poker". Die Mitspieler müssen versuchen, ihre Karten mit den Abbildungen so ekeliger Viecher wie Kakerlaken, Ratten oder Spinnen den anderen Mitspielern unterzujubeln. „Schnelle Welle" für Menschen ab fünf Jahren sowie das Lesespiel „Ratz-Fatz ist Weihnachten" sind die Favoriten von Kim. Moritz dagegen findet „Einfach genial" richtig gut. Es geht darum, nach dem Domino-Prinzip Klötze, die aus Sechsecken verschiedener Farben bestehen, so zu kombinieren, das möglichst viele gleichfarbige Flächen aneinander stoßen.
Benjamin dagegen hat es „Saboteur" angetan. Ein Schatz soll gefunden werden. Die Zwerge wollen ihn erringen, die Saboteure versuchen, sie in die Irre zu führen. Wer zu welcher Gruppe gehört, stellt sich erst unterwegs heraus. Pfiffig und lustig sind aber auch das Legespiel „Kai Piranja„ und das Tier-Ratespiel „Elefantös". Testen ausdrücklich erwünscht.
Dirk Hanneforth und seine AG hoffen bei der Spielberatung auf zusätzliche Hilfe von „Seniorberatern". Ausdrücklich eingeladen sind ehemalige AG-Mitglieder, die inzwischen eine Lehre machen oder andere Schulen besuchen. Der Schulleiter: „Die haben das Spielen bestimmt nicht verlernt."
Mitveranstalter der Spielberatung sind die Volkshochschule und das Matthias-Claudius-Haus, dass eine große Carrerabahn vorstellt, die ebenfalls ausprobiert werden darf. Die Besucher werden zu kleinen Preisen mit Getränken und Keksen versorgt.
Neue Westfälische
Bielefeld, 01.12.2004