Geschnuppert und gespielt

Jugendliche Berater erklären die Regeln

VON REGINE KLEIST

Sennestadt. „Einfach cool" finden Jana (13) und ihre Freundin Kai-Ines (12) nach einer kleine Proberunde das Spiel „RushHour", bei dem es gilt, einen Autostau mit Umsicht aufzulösen. Vorher haben sie schon „Dumm gelaufen" getestet und daran ebenfalls ihren Spaß gehabt. Die Schülerinnen aus Lämershagen überlegen nun, beide Spiele auf ihren bisher noch unvollendeten Wunschzettel zu setzen.

Jana und Kai-Ines gehörten zu den Besuchern der weihnachtlichen Spielberatung in der Adolf-Reichwein-Schule (ARS). Alle nutzen die Möglichkeit, in viele Spielekästen hineinschnuppern und sich ausführlich erklären zu lassen, wie der Hase läuft. Spielfachmann und Konrektor Dirk Hanneforth versuchte, passend zur kurz beschriebenen Interessenlage und Familiensituation, die richtigen Spiele heraus zu suchen: zum Beispiel solche, die schnell und auch altersgemischter Runde gespielt werden nach können: von „Mama Mia" über „Zoff im Zoo" bis zu „Sechs nimmt" und dem lustigen „Halli Galli" reichten seine relativ kostengünstigen Vorschläge für solche Fälle.

Probespielen war im Freizeitbereich der Ganztagshauptschule ausdrücklich erwünscht. Und damit die Gäste gleich loslegen konnten, standen fast ein Dutzend regelkundige Mitspieler parat: überwiegend jugendliche Mitglieder der ARS-Arbeitsgemeinschaft ,"Spielversand in Schülerhand". Schnell bildeten sich gemütliche Spielrunden: zum Beispiel Mutter und Vater Surgutanova samt Töchtern Anna und Anastasia, denen die ARS-Schüler Michael und Niklas geduldig erklärten, wie „Plumpsack" funktioniert. Weitere Besucher blickten den Spielern über die Schulter und konnten sich so ein Bild machen oder auch selbst mitspielen.

Günter und Gerda Seliger, eigentlich auf der Suche nach Spielen, die ihren Enkeln Freude machen könnten, entdeckten für sich das formschöne „Rolit". Nathan und Großeltern Isringhausen werden vielleicht schon bald mit „TransAmerika" große US-Städte per Schiene verbinden. Während sie sich noch umschauten, hatte ein Quartett sein Spiel schon gefunden: „Blokus", eine Brett-Variante des Computerspiels „Teris".

Zufrieden zeigte sich auch Petra von Laer, Leiterin der Nebenstelle Sennestadt der Volkshochschule. Ihrem l5jährigen Neffen, einem Mathefreak, wird sie wohl „Abalone" schenken. Aber auch „RushHour" hält sie einer kurzen Einführung für „wesentlich anspruchsvoller als - es auf den ersten Blick aussieht."

Dass Spielen auf Dauer verbinden kann, wurde in der Adolf-Reichwein-Schule deutlich. Ehemalige Schüler - sogar mit Eltern -schauten ebenso vorbei, wie die pensionierte Lehrerin Anita Gebauer. Und die packte sofort in der Teeküche mit an, brachte aber auch immer wieder ihre Kenntnisse als Spielberaterin ein.

 

Neue Westfälische Bielefeld

10. Dezember 2003