Nur Gewinner
Spieleberatung der Reichweinschule: Besucher und Veranstalter zufrieden
VON REGINE KLEIST
Bielefeld-Sennestadt. Nur Gewinner gab es bei Spieleberatung und Probespielen in der Adolf-Reichwein-Schule. Die Besucher stießen auf fachkundige Berater, die sich gern Zeit für eine gemeinsame Spielrunde nahmen - und lernten Schule einmal ganz anders kennen. Die Jugendlichen wiederum konnten ihre Kompetenz unter Beweis stellen und sogar Schulleiterin Elisabeth Stratmann-Paulun zeigen, wo es lang geht: Beim Autoverschieben mit „Rush Hour", das doch kniffeliger ist, als es auf den ersten Blick erscheint.
Christa und Werner Kempf, waren eigens aus Brackwede gekommen, um sich spielerischen Rat zu holen. Sie brachten ihr eigenes „Backgammon" mit, dessen Regelwerk ihnen bislang em Brief mit sieben Siegeln geblieben war. Dirk Hanneforth, stellvertretender Schulleiter und Oberspielkundiger der Schule, half ihnen weiter. Später vertieften sich die Kempfs, die eigentlich gar nicht lange bleiben wollten, dann in das formschöne asiatische Legespiel „Ta Yü", das sie blitzschnell lernten.
Bei der Beratung in der von ihm bestückten Spieleausstellung wurde Hanneforth derweil von Schülern gut vertreten. Insbesondere Moritz und Denis aus der Arbeitsgemeinschaft „Spielversand in Schülerhand" zeigten sich gut informiert und beredt. Ute Hillbrink von der Grundschule Lippereihe zum Beispiel, auf der Suche nach Spielen für die Pause, war da in besten Händen. Als „wunderbar und ganz einfach" wurde ihr „Rüsselbande" vorgestellt, bei dem die hölzernen Schweinchen auf dem Parcours auch schon mal stapelweise vorwärts marschieren.
Anschließend testete die Pädagogin in bunter Runde das attraktive „Villa Paletti", bei dem alle Altersgruppen mitmachen können. Mitzubringen sind Geschick, eine ruhige Hand und vielleicht ein gewisses Bauchgefühl für Statik.
Siedler gekauft, aber noch kein einziges Mal gespielt
Immer wieder gefragt: die „Siedler von Catan" - groß, im geschrumpften Kofferformat oder auch als Zwei-Personen-Version. „Haben wir uns gekauft, aber noch nie gespielt", erklärte Stefan Brückner, der mit Sohn Phillip anrückte. „Jetzt vollen wir uns hier zeigen lassen, wie es geht". Gleich drei Reichwein-Schüler mit Oliver an der Spitze hockten sich zu ihnen, um die nicht ganz einfachen Regeln in die Tat umzusetzen.
Derweil tauchten die Großeltern König auf, die ein Spiel suchten, um die Enkel beim Weihnachtsbesuch beschäftigen zu können. Felix empfahl „Carcassonne", bei dem ebenfalls Städte gebaut werden müssen. Nebenan ließen sich Brigitte Beyer und Sohn Florian „Dumm gelaufen" erklären. Florian konnte sich jedoch entschieden mehr für die knackige Neuerscheinung „Schnapp, Land, Fluss" begeistern: „Voll geil". Dabei werden zwölf Karten mit je einem Buchstaben ausgelegt. Anschließend wird eine Karte vom Aktionsstapel aufgedeckt. Sie fordert, ein Land, einen Beruf, ein schulisches Ereignis, einen Schauspieler, einen Politiker mit einem der vorliegenden Anfangsbuchstaben zu nennen. Wer das richtige Wort zuerst ruft, darf den Buchstaben einsacken. Sieger ist, wer letztlich die meisten Buchstaben hat.
Schulleiterin Stratmann vergaloppiert sich
Während es bei „Schnapp" laut und lustig zugeht, zerbricht sich am Nachbartisch die Rektorin erneut den Kopf bei „Kathedrale". Zwei Spieler errichten zu beiden Seiten der Kirche eine Stadt aus unterschiedlich großen Gebäuden. Je weniger Lücken bleiben, desto besser. Elisabeth Stratmann-Paulun hat sich schnell vergaloppiert, während Alexander mit seiner Spielroutine viel weiter kommt.
Obwohl eigentlich um 14 Uhr Schluss sein sollte, spielen ein paar Unentwegte - Reichwein-Leute wie Besucher - weiter, zumal sie von den Schülern gut mit Kaffee oder Saft versorgt werden. „War gut und gemütlich, sollte öfter stattfinden", bekommen die Veranstalter von zufriedenen Ratsuchenden zum Abschied immer wieder zu hören.
Neue Westfälische Bielefeld
11. Dezember 2002