Heiko Roderich Lang

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So streng wie er hier den Betrachter ansieht ist er natürlich nicht.

 

Aus: Ortsgespräch / Zeitung für Sennestadt Nr. 93 November 1999
Lehrer, "manischer Sammler" und Künstler

Heiko Roderich Lang lebt und arbeitet seit über 30 Jahren mit seiner Familie in Sennestadt. Viele Menschen kennen ihn als Lehrer für Biologie, Mathematik und Kunst an der Adolf-Reichwein-Schule, weniger bekannt ist bisher sein künstlerisches Schaffen. Das soll sich bald ändern: Am Sonntag, dem 23. Januar, wird im Sennestadthaus seine Assemblagen-Ausstellung "Doppel-Leben" eröffnet - veranstaltet vom Kulturkreis des Sennestadtvereins in Verbindung mit dem Stadtbezirk.

Heiko Roderich Lang, 1944 kriegsbedingt in Prag geboren, ist in Enger aufgewachsen und hat in Herford das Abitur abgelegt. Er wurde schon früh von seiner Mutter mit Kunst vertraut gemacht. Sie schenkte ihm ein Werk über den Impressionismus, und von da an entwickelte sich eine starke Liebe zur Malerei, im Laufe der Zeit vor allem zum Surrealismus. Von dieser Stilrichtung sieht er nicht zuletzt auch seine eigenen Arbeiten beeinflusst.

Schon als Schüler zeichnete Heiko Roderich Lang mit Leidenschaft. Während seines Lehrerstudiums an der Pädagogischen Hochschule Bielefeld belegte er das Fach Bildnerisches Werken bei den Dozenten Terstegen und Peter Sommer, und nach seinem Eintritt in den Beruf bildete er sich ständig fort. Als "manischer Sammler", wie er sich lächelnd selbst bezeichnet, begann er in den 80er Jahren mit der Gestaltung von Assemblagen.

"Die Herstellung einer Assemblage (frz. assembler = zusammenbringen, zusammenführen) ist kreatives "gegenständliches" Arbeiten im wahrsten Sinne des Wortes. Gegenstände, ganz häufig zufällige Fundstücke, werden zusammengebracht und zusammengefügt. Dazu müssen sie manchmal durchaus erst "gefügig" gemacht werden. Ihre Gestalt wird nachgearbeitet, ergänzt oder auch reduziert. In der neuen Gemeinschaft und in einem anderen Zusammenhang nehmen sie - vom Künstler arrangiert - überraschende Beziehungen zueinander auf und erhalten die Gelegenheit, ein "zweites Leben" zu beginnen. Auch die Rahmen haben allesamt schon gedient: als Kiste oder Fenster, Tür oder Schublade. Einige Assemblagen passen jedoch in keinen Rahmen. Sie wollen frei stehen oder verlangen nach einem Sockel. Für "HRL" ist auch die Namensfindung für seine Werke eine spannende Sache; er liebt den spielerischen und schöpferischen Umgang mit Worten sehr.

In den 90er Jahren entdeckte er durch Begegnungen in Schweden auch die Gestaltungsmöglichkeiten von Frottagen für sich. Er frottierte u.a. in Stockholm, London und Den Haag interessante Gullydeckel und Coalplates und stellte Beispiele bereits in seiner Ausstellung "Brunnslock - Tore zur Unterwelt Stockholms" in der Reichweinschule vor.

Neben seiner beruflichen und seiner künstlerischen Tätigkeit ist die Musik für Heiko Roderich Lang von besonderer Bedeutung. Er singt seit Jahren im Sennestädter Gospelchor, der die Ausstellungseröffnung am 23. Januar umrahmen und damit auch zu einem musikalischen Ereignis gestalten wird.


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Webmaster, Stand: 19. Januar 2008                                         [zurück nach oben]