Ernst Friedel Köppe

"Der Herr der Filme"

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Aus: Westfalenblatt vom 1. Februar 2000

 

Ernst-Friedel Köppe Ieitet seit 30 Jahren Städtische Bildstelle

Vom Film zur DVD-Scheibe

B i e l e fe l d (MiS). Früher war es etwas ganz Besonderes, wenn der Lehrer im Klassenzimmer den 16-Millimeter-Projektor aufbaute, einen Film über den Staudammbau in Südamerika zeigte – mit Ton und womöglich gar in Farbe. Heute recherchieren die Pennäler von der Schulbank aus im Internet, und den Film zur aktuellen Unterrichtsreihe gibt’s auf einer digitalen DVD-Scheibe.

Die rasante Medienentwicklung im Schulbereich miterlebt und mitgestaltet hat Ernst-Friedel Köppe. Seit 30 Jahren ist er Leiter der Bildstelle bei der Stadt Bielefeld und damit der Herr über 2 500 16-Millimeter-Filme, 2 800 Videocassetten, Diaserien und Tonbänder. Rund 20 000 Ausleihen pro Jahr – zumeist Videos – registriert die Bildstelle, die in der Ravensberger Spinnerei beheimatet ist. 90 Prozent der Kunden sind Schulen. Aus ihren Archiven bedienen sich aber auch die Vertreter von Vereinen oder kirchlichen Jugendgruppen. Zwei Tage in der Woche ist Ernst-Friedel Köppe, der als Lehrer an der Sennestädter Adolf- Reichwein-Schule unterrichtet, für die Leitung der Bildstelle freigestellt. Nach einer kaufmännischen Lehre im Elektrogroßhandel machte Köppe sein Abitur am Westfalen-Kolleg nach, studierte an der Pädagogischen Hochschule. Privat interessierte er sich für Fotografie, war frühere begeisterter Super-8-Filmer. Das Interesse übertrug sich auf die Arbeit in der Schule. Bei seinem Vorgänger, Rektor Osthus, dem früheren Leiter der Fröbelschule, legte er die Prüfung für den Filmvorführschein ab. Als die Stelle des Bildstellenleiters vakant wurde, bewarb er sich. Heute spielt das Internet eine immer größere Rolle für den Schulunterricht. Doch Köppe sieht dieses neue elektronische Medium nicht als direkte Konkurrenz zum klassischen Unterrichtsfilm. »Das ergänzt sich«, ist er überzeugt. Zur Zeit wird für die Bielefelder Schulen an einem einheitlichen Internetzugang gearbeitet, geht es um die notwendigen Ausstattungsstandards. Die BiTel, Telekommunikationstochter der Stadtwerke, und Volkshochschule arbeiten mit dem Fachdienst Schule der Stadtverwaltung zusammen unterstützt auch von der Bildstelle. Während neue Technologien für den Schulunterricht nutzbar gemacht werden, werden lange Zeit bewährte zum Auslaufmodell. Erstmals gibt es die aktuellen Filme des Institutes für Film und Bild nicht mehr als 16-Millimeter- Kopie, berichtet Köppe. Das FWU, so die Abkürzung, ist der Hauptlieferant der Bildstelle. Mitgeschnitten wird auch das komplette Schulfernsehprogramm. Heike Kröhnert und Susanne von Gerlach kümmern sich um den Leihverkehr, Techniker Rolf Grothaus hält die Leihgeräte vom DVD-Player über Videokameras bis zum guten, alten Filmprojektor instand. In der Leitung der Bildstelle wird Köppe von Heinz Kummernuß unterstützt. Dass er weiter praktische pädagogische Arbeit leisten kann, begrüßt Köppe ausdrücklich: »Ein Bildstellenleiter muss wissen, wie sich Kreide anfühlt.«