So wirds nie langweilig
Reichwein-Schülergeben Spieletipps / Vierter und letzter Teil
VON REGINE KLEIST
Bielefeld-Sennestadt. Einmal in Ruhe und ohne schlechtes Gewissen mehrere Stunden oder sogar einen ganzen Regentag verspielen: Die Ferien bieten eingefleischten Spielefreaks diese Möglichkeit. Für die zweite Ferienhälfte haben Jugendlichen der Spiele AG der Adolf-Reichwein-Schule zwei Spiele ausgewählt. Wegen der Größe der Schachteln eignen sie sich am besten für Leute, die daheim in Balkonien urlauben.
Eine ruhige Hand, Geschicklichkeit, aber auch ein gewisses Verständnis für Statik erfordert „Villa Paletti". Es besteht aus 20 gleich hohen, aber unterschiedlich dicken Säulen und fünf verschieden großen, asymmetrisch geformten Holzflächen. Auf der größten werden alle Säulen aufgerichtet, die nächst kleinere Fläche oben drauf gelegt. Nun gilt es, mit einem Haken vorsichtig einzelne Säulen aus der Masse heraus zu ziehen und auf die nächste Ebene zu stellen. Wenn unten nicht mehr geangelt werden kann, ohne die Statik zu gefährden, wird auf die oben versammelten „Pömpel" die nächst kleinere Deckfläche gelegt. Dann geht es ans Herausziehen von überflüssigen Säulen aus der zweiten Ebene, die nun auf der dritten platziert werden. Das Ziel ist, einen möglichst hohen Turm zu errichten. Während des Spiels, das sich für zwei bis vier Mitspieler etwa ab 8 Jahren aufwärts eignet, werden Punkte für die herausgeangelten Säulen vergeben. Die fallen ja nach Farbe und Dicke unterschiedlich hoch aus. Verloren hat, wer den Turm zum Einsturz bringt. Der Gewinner steht fest, wenn ein Schlussstrich unter die erreichten Punkte gezogen wird.
Anspruchsvoll und raffiniert ist „Pueblo", ein Bauspiel für zwei bis vier Leute ab 10 Jahren aufwärts, die jeder eine Spielfarbe zugeteilt bekommen. Verwinkelte Bausteine, aus unterschiedlich farbigen Quadern zusammen gesetzt, müssen auf einer Spielfläche zu Bauwerken mit einander verzahnt werden. Dabei ist wichtig, die Tetris-artigen, unterschiedlich geformten Klötze so zu legen, dass von der eigenen Farbe vom Außenrand aus möglichst wenig zu sehen ist. Darüber wacht ein „Baumeister. Für jede sichtbare Farbfläche gibt es Minuspunkte. Wie beim Schach muss manchmal lange nachgedacht werden, wie es weiter gehen könnte. Ohne perspektivisches Denken und Taktik läuft da wenig. ARS-Lehrer Dirk Hanneforth: „Das ist kein Kinderspiel und kann, wenn die richtigen Leute am Spieltisch zusammen sitzen, zur Tagesbeschäftigung werden."
Neue Westfälische Bielefeld
7. August 2002