|
|
Ganztagsangebot an zwei Hauptschulen Brackwede/Sennestadt (sik/bast). Nach den Ganztagsgrundschulen sollen jetzt laut Beschluss des Landes Ganztagshauptschulen eingerichtet werden. Allerdings ist die Förderung nur auf eine begrenzte Anzahl von Schulen beschränkt, so dass sich nicht alle an dem neuen Konzept beteiligen können. Für Sennestadt soll die Adolf-Reichwein-Schule dabei sein, für Brackwede die Marktschule. Zu den Kriterien der landesweiten Qualitätsoffensive, so Schulamtsleiter Georg Müller in Sennestadt, gehörten ein hoher Migrantenanteil und ein ausgeprägter Förderbedarf vieler Schüler. Durch die begrenzte Auswahl sei in Sennestadt keine zweite Schule für das offene Ganztagsschulprogramm „drin gewesen". Mit der zweiten Hauptschule in Sennestadt, der Vennhofschule, und der Schulaufsicht sei die Auswahl schon abgesprochen. „Die Vennhofschule muss ihr Profil als Halbtagsschule stärken, um mit den Ganztagsschulen mitzuhalten." Zwar sei die Adolf-Reichwein-Schule bereits eine Hauptschule mit Ganztagsangebot, doch biete das neue Recht bessere Rahmenbedingungen, sagte Müller weiter: darunter etwa eine bessere Lehrerausstattung. Allerdings werde für die Qualitätsoffensive auch Einiges gefordert: ein Konzept für die neue Ausrichtung der Schule etwa, das verbindlich an fünf Tagen bis 16 Uhr mit Lehrerpräsenz gelte. Die Adolf-Reichwein-Schule habe in dieser Hinsicht „noch Einiges zu leisten, denn so umfassend ist das Ganztagsprogramm dort bisher noch nicht". Müller fügte hinzu, dass es sich bei dem Programm für die Hauptschule um eine „gebundene Ganztagsschule" handele - das heißt, anders als an den Grundschulen ist die Teilnahme nicht freiwillig, sondern verpflichtend für alle Schüler, beginnend für die 5. und 6. Klassen. „Wir müssen jetzt sehen, welche Chancen wir im interkommunalen Bereich und innerhalb von Bielefeld haben. Aber wir wollen klotzen und dann sehen, was übrig bleibt." Wie der Schulausschuss vor wenigen Tagen, so stimmten auch die Bezirksvertretungen Sennestadt und Brackwede der Verwaltungsvorlage zum Ausbau des Ganztagsangebots an Hauptschulen zu. Mit dabei sind die Baumheide-, die Brodhagen-, die Luther-, die Sieker- und die Marktschule mit insgesamt 1.622 Schülern in 79 förderfähigen Gruppen sowie die Adolf-Reichwein-Schule mit 265 Schülern in 13 förderfähigen Gruppen. An der Marktschule, an der 270 Schüler unterrichtet werden, können die für das Ganztagsprogramm notwendigen Räume nach Angaben des Schulamtes im vorhandenen Gebäude eingerichtet werden. Dazu gehören Gruppen- und Speiseräume, Küche und Lehrerarbeitsplätze. „Der Ausbau ist überfällig", wertete Bezirksvertreter Hans-Werner Plaßmann das neue Ganztagsprogramm. Schuldezernent Albrecht Pohle warnte jedoch vor Euphorie. Für Großstädte habe das Land eine Quote gesetzt, mit der die Zahl der Ganztagshauptschulen begrenzt werde. „Möglicherweise kommen nicht alle zum Zuge, aber wir werden dafür kämpfen dass alle fünf Schulen, die jetzt Ganztagsschule werden wollen, dann auch die Mittel erhalten", so der Dezernent.
|
|