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Das wird für die Täter teuer
Sennestadt/Senne. Lärmende Kompressoren, heißer Wasserdampf, der unter Hochdruck zischend versprüht wird. Ein in wasserdichte Sicherheitskleidung gehülltes vierköpfiges Team des Vereins „Stadtklar“ ist auf dem Hof der Realschule Senne im Einsatz. Sein Auftrag lautet: Beschmierungen an den Außenwänden wieder verschwinden zu lassen. Nicht nur die Realschülerinnen und Realschüler sind beeindruckt, was da unter ihren Augen passiert, sondern auch die Schülerinnen und Schüler aus der 8a der Adolf-Reichwein- Schule, die für die Aktion „Klasse“ recherchiert. Um Effekthascherei geht es Udo Heinrich (58), Leiter des Stadtklar-Teams, wie er betont, nicht. „Was wir hier sehen, ist ein ganz normaler Arbeitsschritt bei der Entfernung von Graffitis“, erläutert er. Dann fügt der Mitarbeiter des städtischen Umweltbetriebes hinzu: „Eben weil die Entfernung der Schmierereien so aufwendig ist, sind mit ihr hohe Kosten verbunden.“ Kosten, so erfahren die Jugendlichen, für die die Täter - wenn sie denn erwischt werden - ganz oder teilweise zur Kasse gebeten werden können. So schlägt beispielsweise die Entfernung eines einzelnen TAGs, wie der besondere persönliche Schriftzug der Sprayer genannt wird, für den Verursacher mit 180 Euro zu Buche. Richtig teuer aber wird es, wenn öffentliche Flächen von mehreren Quadratmeter großen Graffitis, so genannten Pieces, gesäubert oder gar zerkratzte Straßenbahnscheiben ersetzt werden müssen. Dann kann die Schadenersatzsumme leicht auf weit über 1.000 Euro steigen. Die meistens jugendlichen Täter wüssten, so Udo Heinrich, dass ihre vorwiegend nächtlichen Aktivitäten keinesfalls einen „Lausbubenstreich“ darstellten. Was jedoch offensichtlich niemanden davon abhalte. „Umso härter trifft die Realität diejenigen, die erwischt werden und die dann die Konsequenzen ihres Handeins tragen müssen“, warnt der Teamleiter. Kopfnickende Zustimmung erhält er von seinen drei Mitstreitern, die auf Ein-Euro-Basis arbeiten. Die haben inzwischen die verunreinigte Fläche gesäubert und die Maschinen ausgeschaltet. Nicht für lange Zeit, denn die Stadtklar-Truppe kann sich über mangelnde Aufträge nicht beklagen. Und so wird schon kurze Zeit später an einer anderen Stelle in Bielefeld die Luft von heißem Wasserdampf und dem Dröhnen des Kompressors erfüllt sein. Der Verein Stadtklar wurde auf Initiative des Sozialpräventiven Rates der Stadt und des Einzelhandelsverbandes Ostwestfalen-Lippe gegründet; zur Bekämpfung von illegalen Farbschmierereien in Bielefeld. Sie sollen möglichst zeitnah, nachhaltig und konsequent entfernt werden. Mit zu seinen Aufgaben gehört außerdem die Vorbeugung durch umfassende Beratung.
Neue Westfälische, Bielefeld, 07. Dezember 2007 |
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