|
|
VON SILKE KRÖGER Sennestadt. Der Einigungsprozess zwischen der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) und der Vennhofschule läuft auf vollen Touren - und es gibt viel zu tun. "Wir stehen wie vor einer großen Düne, die wir wegarbeiten müssen", sagte der neue Schulleiter der künftigen großen Ganztagshauptschule und derzeitige ARS-Leiter, Dirk Hanneforth, auf NW-Anfrage. "Wenn man etwas weggeschaufelt hat, dann rieselt Sand nach, der wieder wegzuschaufeln ist". Grundsätzlich seien alle mit der Entscheidung, dass Vennhofschule und ARS zusammengelegt werden, "nicht so richtig glücklich". sagte Hanneforth. "Aber es ist so entschieden, und nun müssen wir was draus machen." Für die Gesamtsituation, dass die Stadt auf die sinkenden Schülerzahlen reagieren musste, habe jeder Verständnis. "Aber es gibt noch viele Vorurteile und Wunden, die verheilen müssen." Das Zusammenwachsen der Ganztagshauptschule ARS am Uchteweg mit 213 Schülern und 17 Lehrern und der Halbtagshauptschule Vennhof an der Wintersheide mit 278 Schülern und 19 Lehrern am Standort Wintersheide wird von Dr. Mechthild John moderierend begleitet, die bereits Erfahrung mit der Zusammenlegung von Schulen hat. Zunächst sei zusammen mit der Moderatorin eine Bestandsaufnahme gemacht worden, berichtete Hanneforth: "Wie schätzt jede Gruppe die aktuell Situation ein, welche Wünsche und Vorstellungen gibt es, welche Fragen sind zu klären." Zwischen den verschiedenen schulischen Gruppen - Lehrern, Schüler, Schulleitung, Eltern - laufen Gespräche und Treffen. "Es gibt Begegnungen auf allen Ebenen", erzählte Hanneforth. Vieles ist zu bedenken, wenn zwei Schulen, zwei unterschiedliche Konzepte, zwei Standorte vereint werden sollen. Beide Schulen haben eine Steuerungsgruppe, bestehend aus Schulleitungen, zehn Lehrern und Moderatorin, eingerichtet, um den Prozess vorzuplanen und Prioritäten festzulegen. "Schnell entschieden werden muss etwa, wie die Kollegen demnächst eingesetzt werden, warten kann dagegen die Gestaltung der Weihnachtsfeier." Zudem, so Hanneforth weiter, müsse über "liebgewordene Dinge" nachgedacht werden. "Wir würden beispielsweise gern unsere Küche weiterverwenden. Sie ist genauso gut gepflegt wie die der Vennhofschule und schon über 20 Jahre alt, hat aber ein besonderes pädagogisches Konzept: Einzel- und Gruppenarbeitsplätze. Das hinüberzuretten, das wäre ein Wunsch." Übernehmen würde Hanneforthauch gern das Lehrer-Raum-Modell der ARS, in der nicht die Lehrer, sondern die Klassen von Raum zu Raum gehen. Damit wäre auch der Umzug von Schulhund Kalle gesichert: Der Münsterländer hat in der ARS seine eigene Matte, seine eigene Hütte und sogar ein kleines Türschild. Kurz vor den Sommerferien soll festgelegt werden, wie viel und welche Räume zusätzlich in der neuen Schule benötigt werden. Auf der Wunschliste stehen etwa ein ebenso großzügiger Freizeitbereich wie in der ARS, eine Mensa, Ruhe- und Lehrerarbeitsräume. "Dann kommen wir mit Vertretern der Bauverwaltung, um konkret zu planen", sagte Schulamtsleiter Georg Müller. Dann werden die erforderlichen Mittel für den städtischen Haushalt 2009 ermittelt. In den nächsten Jahren wird die Schule an beiden Standorten geführt. Einen neuen gemeinsamen Namen wird es aber schon bald geben - denn offiziell fusionieren beide Schulen zum Schuljahreswechsel. Hanneforth: "Die Suche wollen wir im neuen Schuljahr mit Schülern und Lehrern angehen." Was später mit dem Gebäude am Uchteweg geschieht, ist bislang noch völlig offen. Müller: "Sicher ist nur, das bleibt kein Standort für eine Hauptschule."
Neue Westfälische, Bielefeld, 12. April 2008 |
|