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Das Aus für zwei Hauptschulen (Anmerkung der Redaktion: Im Zeitungsartikel steht irrtümlich „Adolf-Reichwein-Schule“)
VON FRANK BELL Bielefeld. Die stark gesunkenen Schülerzahlen rechtfertigen nach Einschätzung von Schuldezernent Dr. Albrecht Pohle keine elf Hauptschulstandorte mehr in der Stadt. Deshalb soll der Schulausschuss während einer Sondersitzung am Dienstag in einer Absichtserklärung die Auflösung der Siekerschule und des Standortes Uchteweg der Adolf-Reichwein-Schule beschließen. Bezüglich der Marktschule sollen noch Gespräche mit der Bezirksregierung geführt werden. „Wir müssen in der Hauptschulfrage darauf achten, dass im gesamten Stadtgebiet ein vernünftiges Angebot besteht“, betonte Pohle. Die Zahl der Schüler an der Siekerschule ist von 396 im Jahr 1997/98 auf derzeit 237 gesunken. Von durchschnittlich 20 Übergängern aus den Grundschulen kommen nur elf aus dem Stadtbezirk Mitte. Bei der vorgeschlagenen „auslaufenden Schließung“ werden keine Eingangsklassen mehr gebildet. Die derzeitigen Schüler erhalten dort weiter Unterricht. In drei bis vier Jahren sollen dann die vorhandenen Klassen im Verband auf andere Hauptschulen verteilt werden, auf Wunsch auch einzelne Schüler. Für Sennestadt plant das Amt für Schule eine Zusammenlegung der Adolf-Reichwein-Schule und der Vennhofschule unter dem Namen Adolf-Reichwein-Schule im Schulzentrum Wintersheide. Damit will Amtsleiter Georg Müller erreichen, dass eine der ersten Ganztagshauptschulen des Landes ihr Angebot aufrechterhalten kann. Die Vennhofschule hat sich kürzlich für eine Umwandlung zur Ganztagsschule ausgesprochen. Wir wollen das Ganztagsangebot und auch das Schulzentrum Wintersheide erhalten“, sagte Müller. Der 1,5 Kilometer entfernte Standort Uchteweg soll aufgegeben werden. Bei „Reichwein“ sanken die Zahlen von 405 auf 241, bei „Vennhof“ von 373 auf 283. In zwei bis drei Jahren sollen die Schüler der Reichweinschule dann zum Schulzentrum Wintersheide wechseln. In der Marktschule Brackwede sind nach Angaben Müllers die Schülerzahlen in den vergangenen zehn Jahren von 396 auf 270 gesunken. „Nur die Hälfte der Schüler mit Hauptschulqualifikation aus dem Stadtbezirk Brackwede wählen die Marktschule.“ Die lasse sich aus Platzgründen aber nicht an der Gesamtschule Rosenhöhe unterbringen, und von einer Aufnahme der Brackweder Schüler mit Hauptschulqualifikation an der Rosenhöhe sei die Bezirksregierung nicht begeistert. Sie befürchte eine nachteilige Veränderung der „Homogenität“ (Jeweils ein Drittel der Schüler mit Haupt-, Realschul- und Gymnasium-Qualifikation). Diese Aufnahme halten Müller und Pohle aber für sinnvoll: „Sonst muss die Schulministerin Hauptschulen so ausstatten, dass die Abgänger eine Chance haben.“ Deshalb seien noch Gespräche nötig.
Neue Westfälische, Bielefeld, 17./18. November 2007 |
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