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Aus für drei Hauptschulen: „Sind mitten im Verfahren" VON KURT EHMKE Bielefeld. Nichts ist entschieden - doch die öffentliche Debatte um das Aus für drei Hauptschulen sowie die Verlagerung von Schulen ist entbrannt. Die betroffenen Schulleiter sind fassungslos, wie auch Politik und Schulverwaltung. Der plötzlich diskutierte Vorschlag ist einer von 15; von der Schulaufsicht in Detmold ist weder er noch ein anderer bisher beraten und genehmigt worden. Dass drei Hauptschulen schließen müssen, steht länger fest (NW vom 14. Juni) - immer weniger Anmeldungen sind der Grund. Namen sollten erst genannt werden, wenn das Aus Tatsache ist, also von Detmold genehmigt, vom Lenkungsausschuss (Politik, Verwaltung) und dem Schulplanungsbüro Dr. Garbe sowie dem Schulausschuss entschieden worden ist. Nun aber ist einer der 15 Vorschläge - Sieker-, Markt- und Vennhofschule zu schließen - in der Debatte. Auch die Bosserealschule soll danach vom Bielefelder Westen in den Osten verlagert werden - in die ehemalige Petrischule. Um eine Klasse auf sechs Züge aufgestockt werden sollen das Gymnasium Heepen, das Max-Planck-Gymnasium und die Gesamtschule Rosenhöhe - zusätzlich gibt es an zwei privaten Gymnasien, der Marienschule und der Bodelschwinghschule, Erweiterungs- und Ausbaupläne (wir berichteten). In Bethel soll dafür die Kükenshove abgerissen werden. Im Schuldezernat werden „Indiskretionen bedauert", so Amrei Bielemeier, Referentin von Dezernent Albrecht Pohle. Zumal „nichts für und nichts gegen diesen Vorschlag spricht, wir sind mitten im Findungsverfahren und prüfen gerade alle 15 Varianten". Trotz der öffentlichen Debatte werde „das nicht das Verfahren beeinflussen" - der diskutierte Vorschlag sei deshalb nicht plötzlich der Favorit. Gerd Kranzmann, schulpolitischer Sprecher der SPD, sagte gestern:" „Noch nicht einmal die Fraktionen haben sich mit den Vorschlägen beschäftigt, mit einer öffentlichen Debatte tut man den Schulen keinen Gefallen." Auch andere Hauptschulen seien im Gespräch, auch die Bosserealschule nicht gesetzt. Die Leiter der plötzlich in die Diskussion geratenen Schulen sind sauer und berichten von massiver Unruhe an ihren Schulen. Hans-Egon Kirchhof (Marktschule): „Ich bin irritiert, wer so etwas zu so einem Zeitpunkt öffentlich macht, hat einen jämmerlichen Stil." Als einzige Brackweder Hauptschule kann er sich das Aus schon rein geografisch kaum vorstellen, zumal auch in Sennestadt die Vennhofschule als Kandidat gehandelt wird. Deren Leiterin, Annette Bond-zio-Abbit, sagt: „Wir halten jeden Vergleich aus - wir sind in Sennestadt mit 280 Schülern aus dem direkten Schulumfeld die stärkste Schule und bereit für attraktive Ganz- und Halbtagsangebote; ich sehe nicht, warum wir geschlossen werden sollten." Dass die konkurrierende Sennestädter Adolf-Reichwein-Hauptschule (215 Schüler) auch noch in das Gebäude der Vennhofschule wechseln soll, ist für Bondzio-Abitt „ein Unding". Sie könne sich nicht vorstellen, „dass der Schulträger das ernsthaft erwägt". Große Aufregung auch an der Siekerschule: Gabriele Dybek-Schelleter ist „völlig überrascht", gibt aber zu, „dass Befürchtungen da waren". Ihre Konkurrenz ist die Hauptschule Oldentrup, die immer wieder positiv von sich reden macht. Mit Blick auf eine mögliche Verlagerung der Bosserealschule spricht Leiterin Andrea Prochnau von „heißer Luft". Prochnau wurde gerade erst vor gut einem Jahr als neue Schulleiterin eingeführt. „Ich weiß von nichts, aber auch wenn wir hier die kleinste Realschule sind, sind wir auf einem guten Weg." Sie habe zwei „rappelvolle" fünfte Klassen, fast nur Schüler aus dem Bielefelder Westen, „deshalb gehört die Bosseschule an die Bossestraße und nicht in den Osten". Dass nun unerwartet öffentlich über Schulen verhandelt werde, empört sie: „Wie soll ich denn jetzt ein Anmeldeverfahren durchführen? Ich kann unsere Arbeit der vergangenen Monate in die Tonne treten." Das aber will sie nicht, „ich sehe für uns noch gute Chancen, denn das ist ja nur ein Vorschlag von vielen".
Neue Westfälische, Bielefeld, 20. Oktober 2007 |
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