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Herrliche Spielerei
VON REGINE KLEIST Sennestadt. „Nutzen Sie die restlichen Ferien doch einmal, um wieder etwas zu tun, was Sie schon lange geplant haben: mit Iihren Kindern, Enkelkindern oder auch im erwachsenen Freundeskreis gemeinsam zu spielen.“ Diese Ermutigung für spielerische Aktionen zu Hause wie am Urlaubsort kommt von Dirk Hanneforth, Leiter der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) und – Spieleautor. Gemeinsam mit seinen Schülerinnen und Schülern von der Arbeitsgemeinschaft „Spielversand in Schülerhand“ hat er aus dem fast unüberschaubaren Angebot von Spielen, die auf dem Markt sind, einige besonders interessante herausgepickt. Hanneforth: „Gemeinsam zu spielen ist keine Zeitverschwendung. Auch dann, wenn es einfach nur Spaß macht. Kinder lernen beim Spiel viel: denken, planen, zählen, schnell reagieren, auf andere eingehen, mal gewinnen, mal verlieren. Aber auch die Erwachsenen profitieren: sie kommen mit ihren Mitspielern in Kontakt, lernen sie besser kennen. Und den im Alltag aufgestauten Frust dürfen sie auch einmal heraus lassen.“ Hier ein Spielvorschlag von den ARS-Schülerinnen Svenja und Cathrin: Popolino, hauptsächlich für Vorschulkinder. Es werden Karten ausgelegt, auf denen die Hinterteile von Tieren zu sehen sind. Nun werden Chips aufgedeckt, auf denen Tiere selbst erscheinen. Wer Tier und Popo am schnellsten zusammenbringt, bekommt den Chip. Gewonnen hat – wer am Ende die meisten Chips vorweisen kann. Sebastian, Martina, Annkathrin und Karina empfehlen das Kartenspiel „Gelb gewinnt“, für 2 bis 8 Mitspieler ab 7 Jahren. Es muss schnell gerechnet werden. Vier Zahlenkarten liegen offen auf dem Tisch, drei hat jeder in der Hand. Wer eine passende Karte besitzt, darf die zugehörige aus der Mitte nehmen. Hat ein Spieler kein Glück, muss er eine eigene Karte in die Mitte legen. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Karten auf der Hand. Hört sich trocken an, spielt sich dennoch flott und lustig. Auf Deutschlandreise gehen die Mitspieler von „Ausgerechnet Buxtehude“, das Michael und Andreas vorstellen. Eine Stadt wird als Ausgangspunkt gezogen. Dann werden Karten mit den Namen anderer Städte verteilt. Liegen die nun östlicher oder südlicher? Wer am Zug ist, muss sich festlegen. Die anderen können Zweifel anmelden. Wer richtig liegt kassiert einen Chip, wer falsch tippt, muss einen Chip abgeben. „Halli Galli“, seit Jahren ein Renner, ist jetzt auch als Extremversion auf dem Spielemarkt. Das finden Timon, Manuel, Lisbeth und Yvonne ganz prima, denn dabei müssen die Teilnehmer doppelt denken, bevor sie auf die Glocke hauen. Tiere und deren Fressgewohnheiten stehen im Mittelpunkt; Affen, Elefanten, Schweine. Wer von denen futtert nun Erdbeeren und wer Limonen? Hübsch gestaltet und für Kinder ab 4 Jahren geeignet ist „Lukas oder wie man eine Schleife bindet“. Sogar ein Kinderbuch, in dem kleine Abenteuer von Lukas beschrieben werden, gehört mit dazu. Platten in Form von Schuhsohlen haben viele bunte Löcher für die Schnürsenkel. Ein Würfel mit verschiedenen Farben kommt zum Einsatz. Er bestimmt, in welches Loch der Senkel zu stecken ist – wenn das denn gleich nebenan liegt. Sonst ist Pause. Gewonnen hat, wer alle Löcher seiner Sohle passend bedient hat – und am Ende eine Schleife machen kann. Alle vorgeschlagenen Spiele lassen sich, so Dirk Hanneforth, bequem auch im Fluggepäck unterbringen; notfalls in einer Plastiktüte – ohne sperrigen Karton.
Neue Westfälische, Bielefeld, 28. Juli 2006 |
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