Spiele fürs Osternest
Von Adolf-Reichwein-Schülern für gut befunden
VON REGINE KLEIST
Bielefeld-Sennestadt. Sie sind garantiert kalorienfrei und haben höchstens positive Nebenwirkungen: Ostergeschenke, die von den Jugendlichen der Arbeitsgemeinschaft „Spielversand in Schülerhand" der Adolf-Reichwein-Schule vorgeschlagen werden. Sie haben viele neue Spiele gestestet – und fünf für gut befunden. Drei von ihnen sind so handlich, dass sie, so Konrektor und Spielespezialist Dirk Hanneforth, sowohl ins Osternest wie in einen Flugreisekoffer passen.
Für Menschen etwa ab acht Jahren aufwärts, die Übersicht, Geduld und Spucke mitbringen, ist „Rushhour", ausprobiert von Pascal, gerade richtig. Autos verschiedener Größen und Farben, darunter ein einziges rotes, werden auf begrenzter Fläche mit nur wenigen Lücken aufbaut. Dafür gibt es 40 Aufgabenkarten verschiedener Schwierigkeitsgrade. Der Spieler muss sie nun so verschieben, dass der rote PKW schließlich aus dem Parcours herausgeschoben werden kann. Wer es nicht schafft, findet die Lösung des Problems auf der Kartenrückseite. „Rushhour" zum Preis von etwa 17 Euro kann allein gespielt werden.
Das Gruppenspiel „Der Plumpsack geht um" gibt es jetzt auch als Kartenspiel für Teilnehmer ab 5 Jahren aufwärts - für etwa 6 Euro. Kinder werden wegen der Memory-Effekte vermutlich meist besser abschneiden als die Erwachsenen. Außerdem muss auch noch gezählt und immer die auf den Karten verzeichnete Richtung beachtet werden. „Ganz schon pfiffig" finden die Experten Sascha, Johann und Michael.
Wer zu gierig ist und bei diesem Kinderkartenspiel ganz schnell sechs Nüsse, Möhren oder Apfelsymbole sammeln und punkten will, der fällt bei „Hamstern", Preis ebenfalls etwa 6 Euro, garantiert auf die Nase. Ein gutes Erinnerungsvermögen und taktisches Geschick, aber auch ein bisschen Glück helfen weiter. Daniela und Carina meinen, dass sich die Anschaffung lohnt.
Genau zur Jahreszeit passt „Hase Hannes", vorgestellt von Alexander, Timm, Bastian und Max. Die bunt gemusterten Karten haben Eierform und sind außerdem – ganz witzig - in einem stabilen Blechei verpackt. Der Preis: um die 10 Euro. Mau Mau und Uno standen bei den leicht abgewandelten Regeln offensichtlich Pate. Beim Ablegen der Karten muss entweder Farbe oder Muster bedient werden. Ein faules Ei sorgt dafür, dass der nächste Spieler einmal aussetzen muss, während ein Holzhase Wahlfreiheit bei Farbe oder Muster symbolisiert. Eine Runde ist schnell gespielt, wann Schluss sein soll, bestimmen die Teilnehmer gemeinsam.
Und dann noch ein Tipp für fortgeschrittene Spielkinder. Für „Carcassonne", gibt es nach „Carcassonne - Die Erweiterung" jetzt die zweite Ergänzung: „Händler und Baumeister". Quadratische Karten, auf denen Wiesen, Dörfer, Wege und Teile von Städten zu sehen sind, müssen so an einander gelegt werden, dass Wege und Stadtmauern fortgesetzt werden. Um zu punkten, müssen Gefolgsleute – nur in begrenzter Zahl vorhanden – zur Besitzstandswahrung strategisch geschickt eingesetzt werden. Einmal benutzt, lassen sie sich nicht mehr verschieben. Moritz, Oliver und Dennis als ausgewiesene Fans, die „Carcassonne" auch zu Hause selbst spielen, denken darüber nach, die Erweiterung für etwa 10 Euro ebenfalls an zu schaffen.
Neue Westfälische Bielefeld
18. April 2003