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(lyn) Sie würden in den Kopfnoten eine Eins bekommen, die Eltern und Lehrer aus den Schulkonferenzen der Vennhof- und der Adolf-Reichwein-Schule: ein halbes Jahr haben sie fleißig, konzentriert und zügig gearbeitet, haben Missverständnisse ausgeräumt und die Zusammenlegung der beiden Sennestädter Hauptschulen in gute Bahnen gelenkt, Unterstützt von Supervisorin Mechthild John ist das Unternehmen »Gebundene Sennestädter Ganztagshauptschule«in Fahrt gekommen und kann zum nächsten Schuljahr mit dem ersten vollen Ganztagsjahrgang, der zunächst noch am Uchteweg zuhause ist, Geschwindigkeit aufnehmen. »Unsere Motivation ist: kann ich mein Kind beruhigt in die Schule schicken? Ist es dort gut aufgehoben?«, beschreibt Ünzile Erdem, Elternvertreterin der ARS, den Motor der schnellen Einigkeit der Eltern. Das Wohl der Kinder bringt alle zusammen. »Wir arbeiten daran, dass unsere Kinder einen richtig guten Start ins Berufsleben bekommen«, drückt ARS-Vater Edmund Geißler aus, was allen auf der Seele liegt. Die neue Hauptschule würde gerne noch mehr Unternehmen gewinnen, die den Schülern Einblicke in den Arbeitsalltag geben und ihnen Mut für die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt machen. 440 Schüler gehören ab jetzt zusammen, unterrichtet werden sie noch an beiden Standorten, an der Wintersheide im Halbtag und am Uchteweg nach und nach im erweiterten Ganztag. Umziehen an die Wintersheide können nicht gleich alle, denn dafür braucht es mehr Platz, genügend Möglichkeiten für's Mittagessen und Aufenthaltsräume. Nun ist das Schulamt gefragt, auch eine gute »Klassenleistung« zu bringen, die hervorragende Arbeit der Schulkonferenzen zu unterstützen, und die baulichen Voraussetzungen zu schaffen. »Wir werden bei der Verwaltung darauf pochen, uns jetzt nicht im Stich zu lassen«, macht Dieter Haase, Elternvertreter der Vennhofschule, klar. Auch neue Lehrer werden gebraucht, hier sieht der künftige Schulleiter Dirk Hanneforth noch etwas besorgt in die Zukunft: »Bielefeld liegt bei der Versorgung mit Hauptschullehrern leicht im Minus.« Bei künftig vier Unterrichtsnachmittagen braucht das neue Lehrerkollegium aber dringend Verstärkung. Da Düsseldorf bis 2012 bis zu 50.000 Ganztagsplätze an Hauptschulen schaffen möchte, und dafür auch 16 Millionen Euro zur Verfügung stellt, wäre es ganz im Sinne der Landesregierung, die guten Voraussetzungen, die die Sennestädter schaffen, auch zu unterstützen. Denn laut Barbara Sommer liegt der Landesregierung »die Qualitätsverbesserung der Hauptschulen in unserem Land besonders am Herzen«. Qualität ist für alle Klassenziel. »Wir wollen das Beste aus beiden Schulen übernehmen«, beschreibt Dirk Hanneforth das weitere Vorgehen. Auch für ihn ist die Aufgabe, zwei Schultraditionen miteinander zu verschmelzen, ungewohnt: »Lehrer, das kann ich, denke ich. Hauptschulfusion ist ein neues Gebiet für mich.« Ein Unterrichtsfach, das vielleicht schnell in die Ausbildungscurricula für Lehramtsanwärter aufgenommen werden sollte, denn Sennestadt ist ja beileibe kein Einzelfall. Mit Bedacht wollen Eltern und Lehrer die Veränderungen angehen. Vieles wird sich im nächsten Schuljahr in der Praxis entwickeln, aber durch die intensiven Vorgespräche stehen die Chancen für eine positive Entwicklung gut. Hier kann die Teamarbeit der Sennestädter Anregungen für andere betroffene Schulen geben. »Wir sind neugierig, wie die Zukunft aussieht und freuen uns darauf, die neue Schule mitzugestalten«, blickt Ünzile Erdem nach vorne. Die Eltern der Vennhofschule, auf dem Photo vertreten durch Dieter Haase, Manuela Friedrich, Ingo Müsse und ihre Mitstreiter von der Adolf-Reichwein-Schule, vertreten durch Edmund Geißler, Ünzile Erdem und Ralf Müsse sind gemeinsam mit Schulleiter Dirk Hanneforth und seinem Lehrerkollegium optimistisch, das Beste für ihre Kinder herauszuholen. Nächste Station: Zusammen einen neuen Namen finden für die Sennestädter Hauptschule.
Senne Rundschau, Bielefeld, 10. Juli 2008 |
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