Spielen auf dem Stundenplan
Adolf- Reichwein- Hauptschüler leiten Grundschüler an
VON REGINE KLEIST
Sennestadt. Solchen Unterricht hätten die Mädchen und Jungen der Klasse 4 b der Astrid-Lindgren-Grundschule gern öfter. Für sie stand das Fach „Spielen" auf dem Stundenplan: im Ganztagsbereich der benachbarten Adolf-Reichwein-Hauptschule, erstmals betreut und angeleitet von Jugendlichen der Arbeitsgemeinschaft „SiS -Spielversand in Schülerhand". Auch die genossen es, dass dafür Mathe, Deutsch oder Englisch ausfiel und sie als kenntnisreiche Spielfachleute gefragt waren.
Gemeinsam mit Lehrerin Johanna Restemeier rückten die Grundschüler um 10 Uhr an, um sich nach kurzer Begrüßung durch den kommissarischen Schulleiter Dirk Hanneforth zunächst voller Begeisterung auf die beiden Billardtische und die Fußballkicker zu stürzen. Aber auch jene Kinder, die dabei nur in der zweiten Reihe landeten, mussten sich nicht langweilen. Ihre jugendlichen Gastgeber - Moritz, Deniz, Markus, Martina, Jennifer, Rene, Vanessa - hatten die verschiedensten Karten- und Brettspiele aufgebaut und luden zum Mitmachen ein. Bald bildeten sich bunt gemischte Spielrunden, die „Slotter" oder „Schnapp, Land, Fluß" oder auch das neue „Lunar Lockout", eine anspruchsvolle Variante „Rushhour", testeten.
Eine bemerkenswerte Leistung vollbrachte Grundschüler Vitalij als gewitzter Spielpartner von Dirk Hanneforth. Gleich zweimal sorgte er dafür, dass der Pädagoge und Spieleerfinder bei dem Brettspiel „Tetris" nur zweiter Sieger wurde.
Die Grundschüler hatten ihren Spaß, die Hauptschüler wirkten plötzlich verantwortungsvoll, beinahe erwachsen. Da konnte sich auch Johanna Restemeier entspannen und in Ruhe mitspielen. Zwei harmonische Schulstunden vergingen wie im Fluge. Und weil dieses Experiment allen Beteiligten gut gefallen hat, soll die gemeinsame Spielerei bald wiederholt werden.
Die Zeitung „Spielcasino", die seit 25 Jahren zweimal pro Jahr von der AG „Spiele und Spielzeitung" der Adolf-Reichwein-Schule herausgegeben wird, ist - wie die Lehrerin berichtet - bei den Astrid-Lindgren-Schülern inzwischen ein Renner. „An der Lösung der vielen Rätsel der letzten Ausgabe arbeiten wir noch."
Neue Westfälische Bielefeld
13. Februar 2004