Grundlagen zur
Entwicklung des Streitschlichterkonzeptes
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Auf der Grundlage des Konzepts der
amerikanischen "Good-Shepard-Neigborhood-Initiative"7) wurde ein Programm
der Streitschlichtung und Schlichterschulung erstellt, an dem und mit
dem wir seit 1992 arbeiten.
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Streitkultur
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Besonderen Wert legen wir auf die Schulung
der sozialen Kompetenzen aller Schüler/innen, um eine Streitkultur zu
entwickeln, in der Streit nicht ausschließlich negativ empfunden wird,
sondern zu konstruktivem Miteinander führt.
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Ausbildung zu
Schlichter/innen
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Alle Schüler/innen der 9. Klassen erhalten
im 1. Halbjahr eine Ausbildung in Grundfähigkeiten der
Streitschlichtung. Schüler/innen, die Streitschlichter werden möchten,
nehmen an einem weiteren Training teil, um in der 10. Klasse
Schlichtungsgespräche führen zu können. In diesem nach festen Regeln
geführten Gespräch überdenken die Konfliktparteien ihre Standpunkte neu
und erarbeiten mit Hilfe der Schlichter selbst eine Kompromisslösung.
Die Schuldfrage bleibt dabei außen vor. Auf diese Weise verliert keine
der beteiligten Streitparteien das Gesicht, so dass eine
nieder-lagenlose Konfliktbewältigung erreicht wird.
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Streitschlichtung
und die 5. Klassen
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Die 5. Klassen lernen dieses
Streitschlichterprogramm an einem erlebnisbetonten Projekttag zu Beginn
des Schuljahres kennen. Konfliktsituationen werden in Rollenspielen
dargestellt und die Gefühle der Beteiligten nachvollzogen. Sie lernen
Konflikte im Vorfeld zu vermeiden und Schulschlichtung als Möglichkeit
einer dauerhaften friedlichen Lösung kennen.
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Grundsätze
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In der Ausbildung einer Streitkultur
- verzichten Lehrer/innen auf ihren Autoritätsanspruch
- übernehmen Schüler/innen Verantwortung und erfahren dabei eine
Aufwertung ihrer Persönlichkeit
- werden Schülersorgen und -ängste ernst genommen
- lernen Schüler/innen miteinander zu reden, anstatt zu kämpfen
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positive
Auswirkungen dieses Programms
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Als positive Auswirkungen dieses Programms
erreichen wir langfristig
- ausgeglichenere Schüler/innen im Unterricht und erhöhte
Lernbereitschaft
- Verbesserung der Klassengemeinschaft und des Lernklimas
- Gesprächsbereitschaft und -erfahrung
- Übertragung der erlernten Gesprächsführung auf Unterricht und
Alltag
- Toleranz gegenüber Mitschüler/innen und Mitmenschen
- Vertrauen zu Mitschüler/innen und Lehrer/innen
- Verantwortungsbewusstsein und -übernahme
- Stärkung von Persönlichkeit und Selbstbewusstsein
- Teamfähigkeit.
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Kooperationspartner im Rahmen des Trainings sozialer Kompetenzen
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Zur Unterstützung dieses
Gewaltpräventionsprogramms sowie zur begleitenden und vertiefenden
Arbeit zum Erwerb sozialer Kompetenzen haben wir seit 1995 eine
Zusammenarbeit mit außerschulischen städtischen Einrichtungen (Kultur
Werkstatt Bielefeld e.V., Sportfreunde Sennestadt, Fachdienst Jugend /
Soziales / Wohnen) aufgebaut. Zentrale Themen der Projekttage sind
besondere Schwerpunkte unseres Curriculums "Soziales Lernen".
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Evaluation des
Schlichterprogramms
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Im 2. Halbjahr 2004/05 wurde das
Schlichterprogramm einer umfangreichen Evaluation unterzogen. Hierbei
wurden alle Schüler/innen und Lehrer/innen befragt. In der differenziert
vorgenommenen Auswertung erwies sich, dass das Programm von den
Befragten mehrheitlich als positiv wahrgenommen wird. In der
Zufriedenheit der Schüler/innen, die eine Schlichtung wahrgenommen
haben, zeigt sich, dass Schlichtung in der durchgeführten Weise eine
anerkannte Hilfe zur Konfliktbewältigung darstellt.
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Empfehlungen zur
Wahrnehmung einer Schlichtung durch Mitschüler/innen
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Die hohe Anzahl an Empfehlungen zur
Wahrnehmung einer Schlichtung durch Mitschüler/innen macht deutlich,
dass Schlichtung an unserer Schule einen erfolgreichen Weg zur Stärkung
der Selbstverantwortung und zur Entwicklung einer positiven Streitkultur
ermöglicht.
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Stärkung der
Persönlichkeitsentwicklung
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Des weiteren zeigt die Evaluation, dass
die intensive Ausbildung den Schlichter/innen selbst zu einer deutlichen
Persönlichkeitsentwicklung verhilft.
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Evaluation
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Die Arbeitsgemeinschaft Schlichtung
arbeitet unter zu Hilfenahme der vorliegenden Ergebnisse der Evaluation
in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter an einer Optimierung des
Modells. Im Schuljahr 2006/07 sollen die Eltern in die Evaluation
einbezogen werden.
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