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Was ist Schlichtung? Arbeitsmappe Materialbestellung

 

Schulschlichtung - Schlichterschulung

Download der Schlichtungsinformationen
(Zip-Archiv, Word 97 Dokument)

Konflikte entschärfen

 

Projekte für den Erwerb von Kompetenzen zur Konfliktbewältigung

Was ist Schulschlichtung – und was wollen wir damit bewirken?

Die Schulschlichtung ist ein freiwilliges vertrauliches Gespräch der Streitenden im Beisein und mit Hilfe von zwei neutralen Schülerschlichtern. Es läuft nach festgesetzten Regeln ab.

Die Schulschlichtung ist keine Gerichtsverhandlung, bei der ein Schuldiger gefunden und verurteilt werden soll. Vielmehr sollen im Gespräch die Ursachen für den Streit erforscht werden, damit die Betroffenen sich die unterschiedlichen Motive und Standpunkte bewusstmachen und diese überdenken können, d.h. ohne Autoritäten oder Druck an der Lösung des Konflikts arbeiten können.

In der Schulschlichtung helfen ältere SchülerInnen jüngeren, ihre Konflikte gewaltfrei zu lösen, um ein künftiges friedliches Miteinander zu ermöglichen.

Ganz wesentlich ist dabei die Eigenverantwortlichkeit der SchülerInnen, d.h. der Lehrer schaltet sich nicht ein und beendet den Streit aufgrund seiner Autorität, indem er anordnet oder sogar bestraft (was evtl. neue Aggressionen schafft und die Schüler in Passivität drängt), sondern die Streitenden suchen von sich aus (Aktivität) einen neutralen Schülerschlichter ihres Vertrauens auf. Sie arbeiten selbst aktiv an dem Konflikt, überdenken dabei die eigenen Standpunkte und erarbeiten Lösungen, die sowohl für sie selbst als auch für die andere Partei akzeptabel sind.

Ziel der Schulschlichtung ist in erster Linie die Verbesserung des Schulklimas:

  • Die Schüler haben die Chance, ihre Gedanken auszusprechen, ohne unterdrückt oder abgewürgt zu werden (Spielregel).

Die Schüler sollen lernen:

  • über Probleme zu sprechen, anstatt loszuschlagen;
  • auch tiefer liegende Konflikte durch Gespräche aufzuarbeiten;
  • sich für Mitschüler verantwortlich zu fühlen, anstatt Streitende anzustacheln.

Vorteile

  • Weniger Aggressionen
  • Weniger Strafen
  • Eigenverantwortlichkeit

 

Aufbau der Projekte

Soziale Kompetenz I 9.1 - Basisausbildung aller Schüler des Jahrgangs 9
  9.2 - Ausbildung der engagierten Schüler des Jahrgangs 9
Soziale Kompetenz II 5.1 - Entwicklung der Konfliktfähigkeit

Alle SchülerInnen der 9. Klassen arbeiten in der Basisausbildung an dem Projekt 9.1 mit, um mit der schwierigen Aufgabe schlichtender Gesprächsführung vertraut gemacht zu werden.

Zu Schlichtern werden im Projekt 9.2 nur engagierte SchülerInnen der zukünftigen 10. Klassen ausgebildet. Ihre Aufgabe besteht darin, streitende MitschülerInnen in den gemeinsamen Dialog zu führen und ihnen zu helfen, eine ausgewogene, akzeptable und realisierbare Lösung ihres Konflikts zu erarbeiten.

Im Projekt 5.1 lernen alle SchülerInnen der 5. Klassen, Streit in Gesprächen aufzuarbeiten und dieses als Grundhaltung zu internalisieren.

SchlichterInnen sind keine Richter, die Partei ergreifen oder gar verurteilen, sondern sie fungieren als neutrale, verschwiegene Vermittler in Streitigkeiten, indem sie die Gesprächsführung übernehmen und auf die Einhaltung bestimmter Regeln achten. Ihre Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, den Streitenden zu helfen selbst eine Lösung für ihren Konflikt zu erarbeiten. Der grundlegende Unterschied zu den herkömmlichen Streit-Schlichtungen in der Schule liegt also darin, dass nicht mehr der Lehrer als Autorität Lösungen herbeiführt (teilweise auf die Schnelle) oder sogar aufzwingt und (oft durch Zeitdruck bedingt) eher straft als klärt, sondern dass hier in quasi peer-groups Streit in ruhiger Atmosphäre aufgearbeitet werden kann und Lösungen von den Betroffenen selbst gefunden werden.

Ziele der Projekte

  • Verbesserung des Schulklimas als Entwicklungsprozess (Der Erfolg der Projekte orientiert sich nicht in erster Linie an der Anzahl der durchgeführten Schlichtungen!)

  • Erlernen Konflikte sprachlich zu bewältigen (Lösungswege selbstständig finden und gegeneinander abwägen)

  • Aufarbeiten von tiefer liegenden Konflikten (Gefühle anderer erkennen, eigene Gefühle mitteilen, Vorurteile bewusst machen)
    Stärken des Selbstwertgefühls (Für die Streitenden: Ernstgenommenwerden als gleichberechtigter Gesprächspartner – für den Schlichter: Wachsen an der Verantwortung)

  • Positives Verstärken von Wertvorstellungen (Stärke beweisen durch verantwortungsbewusstes Miteinander anstelle von Gegeneinander)

 

Schulschlichtung - Schlichterschulung

Die Projekte für die Klassen 9 und 10 im Überblick

  Klasse 9.1:

Basisausbildung für alle Schüler
(Anfang 2. Hj)

  • Einführung in die Schlichtung
  • erstes Training

Wahrnehmung von Gefühlen trainieren

Verantwortung übernehmen

Schlichter

Klasse 9.2:

Training der Gesprächsführung für die Schüler, die im kommenden Schuljahr als Schlichter arbeiten wollen
(Ende des Schuljahres)

  • Üben einzelner Fertigkeiten der Gesprächsführung
  • Erarbeitung des formalen Ablaufs

Gesprächssteuerung

  wöchentliche Schlichterstunden

Üben und Austausch

  • Videotraining: üben und bewerten
  • Lösungen erkennen und anregen

verhaltensprägende Schlichtungen

 

Schulschlichtung - Schlichterschulung

Die Projekte für die Klassen 5 und folgende im Überblick

  Klasse 5:

Training sozialer Kompetenz

  • Schlichtung kennen lernen
  • streiten lernen
Äußerung von Gefühlen

Bereitschaft und Fähigkeit zu Schlichtungen

Mitschüler

   
  folgende:

Training sozialer Kompetenz

  • Wahrnehmung trainieren
  • Konflikte sprachlich bewältigen
Äußerung von Gefühlen

Bereitschaft und Fähigkeit zu Schlichtungen

 

© Maria Lindner, Manfred Walter, Brigitte Wüllner
Adolf-Reichwein-Schule, Bielefeld-Sennestadt


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Webmaster, Stand: 19. Januar 2008                                         [zurück nach oben]