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Ein »Impfparcours« schließt Wissenslücken
VON ULRICH HOHENHOFF Brackwede (WB). Entwickelt wurde das Projekt vom Gesundheitsamt in Ludwigsburg, die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen der Adolf-Reichwein-Schule in Sennestadt kamen gestern in den Genuss des so genannten Impfparcours. Am Donnerstag sind die Jugendlichen der Vennhofschule an der Reihe. Der Impfparcours dient der Wissensvermittlung rund um das Thema Impfen und wurde erstmalig in Ostwestfalen-Lippe durchgeführt. Obwohl die Durchimpfungsraten bei den Einschulungskindern in den vergangenen Jahren zunehmend verbessert wurden, gibt es bei älteren Kindern und Jugendlichen zum Teil noch erhebliche Impflücken. Das Nachholen versäumter Impfungen ist schwierig, da altere Kinder und Jugendliche oft keinen regelmäßigen Arztkontakt mehr haben. Auf spielerische Weise sollte den Jugendlichen ab der achten Klasse im Impfparcours daher das Thema Infektionskrankheiten und Impfen näher gebracht werden. Dr. Ina-Marei Strate-Schneider, Dr. Maike Klein, Monika Ruß und Monika Varnholt (alle vom Gesundheits-, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Stadt Bielefeld) führten die Aktion durch. Die war zuvor im Biologieunterricht von Bio-Lehrer Markus Büring vorbereitet wurden. Dr. Ina-Marei Strate-Schneider sagte „Die Jugendlichen haben alle mit großer Begeisterung mitgemacht.“ Der Parcours bestand aus vier Stationen, die von den Schülerinnen und Schülern nacheinander durchlaufen wurden. Der Impfpass wurde vorgestellt, auf fehlende oder unvollständige Impfungen hingewiesen. Beim Impfroulette wurden alle Fragen rund ums Impfen behandelt. Im Symptom-Puzzle wurde auf die durch Impfungen zu verhütende Krankheiten hingewiesen. Schließlich gab es die Aktion Reiselust, bei der es um Reiseimpfungen und Reisekrankheiten ging.
Bielefelder Südlicht (20.10.2007): VON ULRICH HOHENHOFF Vorbildliches Schulprojekt Der Herbst ist gekommen und die Erkältungs- und Grippeviren verteilen sich damit auch. Husten, Schnupfen, Heiserkeit aller Orten. Allerhöchste Zeit, über eine Impfung nachzudenken - gegen die echte Grippe versteht sich. Darüber und vieles mehr konnten sich die Jugendlichen der achten Klassen von zwei Sennestädter Schulen Gedanken machen. Spielerisch. Wobei die aktuellen (Winter-) Krankheiten nicht Vordergrund standen. Bei dem Projekt des Bielefelder Gesundheits-, Veterinär-, und Lebensmittelüberwachungsamtes galt es vielmehr, allgemein über Impfungen und Infektionskrankheiten aufzuklären. Zum ersten Mal an Schulen in Ostwestfalen-Lippe wurde das Thema auf diese Weise angegangen. Ein Impfparcours mit insgesamt vier Stationen machte den älteren Kindern und Jugendlichen bewusst, welches Risiko ein nicht vollständiger Impfschutz bedeuten kann. Und dass dabei auch die neuerdings mögliche Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs angesprochen wurde, ist ein zusätzlicher Pluspunkt für derartige Aktionen. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes haben sich vorgenommen, das vorbildliche Projekt an möglichst vielen Schulen »durchzuziehen«. Bleibt nur zu hoffen, dass ihnen dafür auch genügend Geld und Zeit zur Verfügung stehen. Per Impfparcours scheint eine Möglichkeit, gegen die weit verbreitete Impfmüdigkeit und Gleichgültigkeit vorzugehen.
Westfalen-Blatt, Bielefeld, 17. und 20. Oktober 2007 |
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