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Schließung, Fusion und »Super -Hauptschule«
Kein neues Gymnasium, keine fünfte Gesamtschule

Die Siekerschule soll auslaufen und geschlossen werden, für die Marktschule gibt es zwei Optionen, sie bleibt aber auf jeden Fall Unterrichtsstätte, Vennhofschule und Adolf-Reichwein-Schule fusionieren am Standort des Schulzentrums Sennestadt (Schulen im Uhrzeigersinn). Fotos: Rohrandt/Pierel

VON BURGIT HÖRTTRICH

Bielefeld (WB). Noch im Dezember sollen die Weichen für Bielefelds (noch) elf Hauptschulen gestellt werden. Eine Schule wird geschlossen, zwei zusammen gelegt, eine weitere wird entweder eine Gesamtschul-Dependance oder aber eine »Super-Hauptschule«.

Das schlägt das Amt für Schule Gremien und Rat zur Entscheidung vor:

  • Die Siekerschule am Grasmückenweg wird »auslaufend« geschlossen. Sie nimmt schon im nächsten Schuljahr keine neuen Fünftklässler auf. Die übrigen Jugendlichen können ihre Schulausbildung zunächst für zwei oder drei Jahre dort fortsetzen, bis ein Umzug im Klassenverband oder ein individuell gewünschter Wechsel an eine andere Hauptschule möglich ist.
  • Die Adolf-Reichwein-Schule am Uchteweg und die Vennhofschule an der Wintersheide werden zum Schuljahr 2008/09 zu einer Hauptschule zusammengeführt. Die Schule (Ganztagsschule) wird im Schulzentrum Sennestadt (Wintersheide) konzentriert. In Sennestadt seien keine »zwei Hauptschulen zu rechtfertigen«.
  • Die Marktschule am Südring in Brackwede bleibt geöffnet und weiterhin Unterrichtsstätte. Nur in welcher Form - das hängt noch von der Entscheidung der Bezirksregierung ab.

    a) Das Schulamt würde die Marktschule am liebsten zu einem Teilstandort der Gesamtschule Rosenhöhe machen. Die Entfernung zwischen beiden Standorten: ein Kilometer. Die Gesamtschule kann die Nachfrage nach Plätzen nicht befriedigen, eine bauliche Erweiterung scheitert aber aus. Einwand der Bezirksregierung gegen diesen Vorschlag: Sie sieht die Heterogenität der Schülerschaft (je ein Drittel Hauptschul-/Realschul-/Gymnasium-Empfehlung) durch zusätzliche Hauptschüler gefährdet.

    b) Lehnt die Bezirksregierung die »Filial-Lösung« ab, soll die Marktschule, so der zuständige Dezernent Dr. Albrecht Pohle, zur »Super-Hauptschule« werden: »Super-Ausstattung, Super- Lehrer, wissenschaftliche Begleitung - eine Schule mit Perspektive.« Auf diese Weise will man auch die Abwanderung von Brackweder Schülern etwa nach Steinhagen verhindern.

Anlass für die tiefgreifenden Veränderungen in der Bielefelder Schullandschaft: Die Zahl der Hauptschüler ist in den letzten zehn Jahren von 4671 auf zurzeit 3190 zurück gegangen, wird sich bis 2015 um weitere 400 reduzieren. Die so genannte Übergangsquote beläuft sich auf nur noch zwölf Prozent (früher: 20 Prozent). Pohle und Schulamtsleiter Georg Müller: »Die Hauptschulen überleben durch die Schüler, die keinen Platz auf einer Gesamtschule bekommen haben.« Gleichzeitig steigen die Anmeldezahlen an den Gymnasien; die Übergangsquote liegt bei 40 Prozent (vor zehn Jahren: 34 Prozent). Aber, so die Prognose, diese Zahlen - die Schülerzahlen insgesamt - gehen etwa ab 2012/2013 zurück. Deshalb so Pohle »wird es kein neues Gymnasium geben und keine fünfte Gesamtschule in Bielefeld«. Man werde die vorhandenen Kapazitäten »optimal nutzen«.

Während der schülerstarken Übergangsjahre wolle man die Gymnasien durch Dependancen auf Zeit ausbauen (Containerlösungen, andere Räume, die aber zu Fuß von der Schule aus schnell zu erreichen sind, man suche die Hilfe privater Schulträger).

Die Vorschläge zur Hauptschulentwicklung werden am Dienstag, 20. November, in einer Sondersitzung des Schul- und Sportausschusses diskutiert; abschließende Entscheidung soll am 13. Dezember gefasst werden. Als vordringlich gilt auch die Entscheidung über die Betriebsform der Hauptschulen (Halbtag- oder Ganztag.

 

Westfalen-Blatt, Bielefeld, 17./18. November 2007


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Webmaster, Stand: 19. Januar 2008                                         [zurück nach oben]